Brauchen deine Social Media Aktivitäten zu viel Zeit, ohne dass für dich spürbar was dabei rauskommt? Würdest du auch gerne Aufträge über Social Media Kanäle generieren, aber du weisst nicht wie? Fragst du dich, wie du die verschiedenen Social Media Plattformen als Einzelunternehmerin für dein Business professionell und effektiv einsetzen kannst?

Auch ich hatte zu Beginn noch keine Strategie. Ich habe mehr oder weniger planlos gepostet, war auf allen Plattformen, verlor mich in den Untiefen der LinkedIn- und Facebook Gruppen, zwitscherte ab und zu auf Twitter und wusste eigentlich nicht warum ich was tat.

Es kam mir vor wie ein riesen Fass ohne Boden, das meine Zeit schluckte.

Zwei Jahre später hat sich das geändert: ich generiere Aufträge nun nicht nur über Google, sondern auch über soziale Netzwerke ganz ohne Kaltakquise und Werbung, ganz einfach indem ich empfohlen werde. Hier ein Facebook Post von letzter Woche:

 

Ich habe das geschafft mit einer zu mir passenden Strategie, den richtigen Inhalten und vor allem mit der Fokussierung auf die richtigen Kanäle. Was das bedeutet, und wie du das für dich umsetzen kannst, erfährst du im Laufe des Beitrags.

Für die Tipps in diesem Beitrag habe ich Chantal Schmelz zum Interview eingeladen. Sie ist Marketing- und Social-Media-Profi. Mit ihrer Interims Marketing Agentur Ansprechend in Zürich unterstützt sie Selbständige und KMUs unter anderem bei Social-Media-Strategien.

Im Interview verrät sie uns 5 Tipps, die dir Klarheit in deine Social-Media-Strategie bringen und die auch mir weitergeholfen haben.

Die Tipps habe ich unter dem Interview zusammengefasst und noch etwas ergänzt. Schau dir hier das Interview an:

Social-Media-Tipp #1: Bleib bei dir

Fühle dich nicht gedrängt, überall mitmachen zu müssen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst um dir zu überlegen, wie du auftreten möchtest und welche der Social Media Kanäle für dich die richtigen sind.

Es bringt nichts, jedem Trend hinterher zu rennen. Wenn deine Zielgruppe sich nicht auf dem angesagten neuen Kanal bewegt, wird er dir nicht weiterhelfen. Auch wenn jeder findet, du musst mitmachen.

Entspanne dich, fokussiere dich auf die Plattformen, die dich weiterbringen, und lass die anderen reden.

Deswegen ist eine Strategie auch so wichtig. Wenn du die mal für dich klar hast, verunsichert dich niemand mehr. Du weisst genau, was du tust, und warum du es tust – und warum du manche Dinge nicht tust.

Das bringt uns gleich zum nächsten Tipp von Chantal.

Social-Media-Tipp #2: Gehe strategisch vor

Social Media Plattformen sind keine Werbekanäle.

Es sind virtuelle Räume, in denen man Beziehungen aufzubaut, sich mit seinem Thema ins Gespräch bringt, mit Kunden oder Interessenten kommuniziert, und dadurch die eigene Marke und Positionierung bekannt macht.

Kurz, es sind Netzwerke.

Netzwerke aufzubauen und zu pflegen kostet Zeit und Kraft. Doch langfristig wird es dir nutzen (denke an meinen Empfehlungs-Post auf Facebook).

Wie schaffst du das?

Kein Unternehmer hat Zeit, sich täglich auf sämtlichen Social Media zu bewegen, um Beziehungen zu pflegen. Niemand kann alle Plattformen wie Facebook, XING, LinkedIN, Instagram, Pinterest etc. gleichzeitig professionell und mit allen Funktionen gewinnbringend nutzen.

Du brauchst eine Social-Media-Strategie mit Fokus und System. Das bedeutet:

Entscheide dich zunächst mal nur für einen oder zwei Kanäle und setze dich intensiv mit den Funktionen und Eigenheiten auseinander, beschäftige dich mit der Zielgruppe auf dieser Plattform und mit für diese Zielgruppe sinnvolle Inhalte.

Du fragst dich, ob es eine gute Idee ist, nur wenige Kanäle zu nutzen?

Ich habe mich nach meinem anfänglichen Social-Media-Chaos bei Twitter und LinkedIn wieder abgemeldet. Seitdem habe ich mich ausführlich mit Facebook und nebenbei mit XING beschäftigt. Auf Facebook bewege ich mich in sehr wenigen Gruppen, in denen meine Zielgruppe ist, ich mache in Gruppen grundsätzlich keine Werbung, mit der ich sowieso nur allen auf die Nerven gehe, sondern ich stehe als Expertin zur Verfügung und beantworte alle Fragen zu meinem Themen SEO und AdWords ausführlich und kostenlos. Auf meiner Facebook Fanpage poste ich regelmässig interessante Blogbeiträge, Tipps und Inhalte die meiner Zielgruppe weiterhelfen.

Damit habe ich es geschafft, regelmässig Anfragen und Aufträge über Facebook zu generieren. Heute habe ich eine Assistentin, die mich beim Social-Media-Management unterstützt. Mit dieser Unterstützung bin ich bereit für weitere Plattformen.

Die richtigen Social-Media-Plattformen für dich

Welche ist die richtige Plattform für dein Social-Media-Marketing?

Bei der Entscheidung für die richtige Plattform helfen dir drei Faktoren: deine Zielgruppe, dein Angebot und deine Vorlieben.

Deine Zielgruppe

Finde heraus, auf welchen Medien sich deine Zielgruppe am meisten aufhält. Sind es Privatpersonen, die du als Kunden gewinnen möchtest, dann spricht das eher für Facebook oder Instagram. Wenn deine Kunden Firmen und Konzerne sind, dann wirst du sie eher auf dem professionellen Netzwerk LinkedIn finden. Für mich war ganz klar Facebook das beste Portal. An zweiter Stelle kam XING, das mir eher als Netzwerk für Geschäftspartner dient als zur Kundenakquise.

Dein Angebot

Ist dein Angebot visuell? Bist du Designerin Fotograf, Beraterin für Interior Design oder hast du ein Café? Dann ist Instagram sicher deine erste Wahl. Auf Instagram wirkt die Bildsprache am stärksten, dort kannst du deine Produkte über Bilder am besten präsentieren. Bist du in der Beratungsbranche und Wissensvermittlung tätig, dann funktioniert evtl. Facebook oder Pinterest in Kombination mit XING oder LinkedIn ganz gut.

Deine Vorlieben

Auf welchen Medien fühlst du dich zuhause? Bist du schnell und gut im Texten? Dann ist Twitter für dich interessant. Möchtest du lieber Videos zeigen, dann ist YouTube oder Facebook dafür gut geeignet.

Du siehst, wenn man die unterschiedlichen Nutzen und Schwerpunkte der Social Media Plattformen betrachtet, dann wird es dir leichter fallen eine Auswahl zu treffen.

Social Media Plattformen in der Übersicht

Damit du es noch leichter hast, habe dir hier eine Tabelle zusammengestellt mit einer Übersicht über Nutzen, Vor- und Nachteile der einzelnen Social-Media-Plattformen.

(Stand Juli 2018)

Plattform Schwerpunkt Nutzen Nachteil
Instagram Visuelle Inhalte wie Fotos oder Grafiken, Besonderheit: Hashtags Gute Möglichkeit für Sichtbarkeit und Aufbau der Marke, sehr nah und persönlich, man kann sich zeigen, z. B. Bilder aus dem Arbeitsalltag, man erreicht jüngeres Publikum (unter 40J) Kaum Möglichkeiten, neue Besucher auf die eigene Webseite zu holen, da Links in Posts nicht klickbar sind
Facebook Beziehungs- und Netzwerkpflege durch Gruppen, Freundeslisten & Fans Experten-Positionierung durch Fanpage mit guten Inhalten und  Interaktion in Gruppen, Gruppen als Support Tool oder für Kundengewinnung, Traffic-Quelle für Webseitenbesucher, man erreicht ein breites Publikum, hauptsächlich im Alter von 25-55 J Viel Reichweite gibt’s fast nur durch Videos, zeitintensiv, Inhalte verschwinden schnell wieder im Newsfeed, Plattform ist sehr überlaufen
Pinterest Bilder und Verlinkungen, Funktioniert wie eine Suchmaschine Gute Trafficquelle für neue Webseitenbesucher, Experten-Positionierung durch Inhalte auf dem Pinboard Noch wenige Nutzer im deutschsprachigen Raum (Tendenz steigend)
Twitter Aktuelle Geschehen und Neuigkeiten, Schnelligkeit, Hashtags Trafficquelle für neue Webseitenbesucher, Expertenpositionierung für Berater, Journalisten, Texter, Politiker Nicht sehr Bildaffin, Vertiefung einer Kommunikation durch kurze Textlänge nicht möglich
YouTube Suchmaschine für Videos, gehört zu Google Gut für Suchmaschinenoptimierung, Videos erscheinen auch in der Google Suche, man kann ein breites Publikum erreichen Videos auf YouTube brauchen eine bessere Qualität als z. B. auf Facebook, der Aufwand für einen YouTube Kanal ist daher etwas höher
XING Karriereportal, Vernetzung mit Geschäftspartnern im B2B, förmliche Ansprache Gute Recherchemöglichkeiten nach Personen, Netzwerken oder Experten, gut für Jobsuche wenig unterhaltsam, nur im deutschsprachigen Raum, Gruppen sind „tot“
LinkedIn Internationales Karriereportal, Vernetzung mit Geschäftspartnern und  B2B-Kunden, förmliche Ansprache Gruppen funktionieren sehr gut, durch internationale Ausrichtung mehr Möglichkeiten der Vernetzung, Kontakt zu grossen Konzernen, steigende Mitgliederzahlen weltweit Die Oberfläche ist wenig intuitiv, manche empfinden die Nutzerführung als „sperrig“

 

Social-Media-Tipp #3: Plane deine Zeit und die Inhalte

Ich höre deinen Aufschrei schon. Uff, jetzt sollst du auch noch die Beiträge für Social Media planen. Was für ein Aufwand! Ist das wirklich nötig?

Ja, es ist eine Zeitinvestition. Doch wird es sich lohnen. Denn du möchtest ja professionell auftreten und etwas erreichen mit deiner Sichtbarkeit. Das heisst, es braucht einen Plan und eine Strategie.

Das Ziel

Überlege dir, welches langfristige Ziel die Inhalte auf der Plattform deiner Wahl haben sollen und wie du das erreichen kannst. So kannst du z. B. festlegen, dass du eine bestimmte Anzahl von Fans auf deiner Webseite erreichen möchtest, um deine Bekanntheit und die Interaktion auf deiner Fanpage zu erhöhen. Ein anderes Ziel könnte sein, die Sichtbarkeit deiner Post zu erhöhen, um mehr Menschen auf deiner Webseite zu holen, damit sie sich in deinen Newsletter-Verteiler eintragen. Für beide Ziele gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen für Inhalte.

Die Inhalte

Bevor du mit einem komplizierten Redaktionsplan startest, der dich überfordert, mach doch erstmal eine Liste mit Ideen für die Inhalte deiner Social-Media-Posts.

Je nach Kanal sollten die Inhalte eine Mischung sein aus Unterhaltung und Information.

Für die weniger förmlichen Plattformen wie Facebook & Instagram gilt: zeig dich etwas persönlicher, z. B.  in deinem Arbeitsalltag. Berichte von Veranstaltungen die du besucht hast, mach einen Beitrag oder eine Video mit Erkenntnissen, die du hattest. Poste Blogbeiträge, Tipps, Bilder die dich zeigen wie du ein Interview aufnimmst, an einem Beitrag schreibst oder mit einem Kunden im Gespräch bis.

Für die etwas förmlicheren Plattformen wie XING oder LinkedIn gilt: die Inhalte sind im Mittelpunkt. Zeige deine Expertise und erhöhe deine Sichtweite, indem du Wissen und Informationen teilst. 

Erzähle Geschichten. Wir Menschen interessieren uns für Geschichten.

Tipps  zum Social-Media-Management:

Plane deine Themen im Voraus, z. B. 3-4 Monate. Das muss nicht von Beginn an ein detaillierter Redaktionsplan sein, aber mach dir Gedanken über die Inhalte und Ziele die du erreichen möchtest.

Recycle Inhalte. Auf Social Media verschwindet alles innerhalb ein paar Stunden, und nur ein Bruchteil deiner Kontakte hat den Post gesehen. Poste Blogbeiträge, Tipps und sachliche Infos alle paar Wochen wieder.  Dazwischen streust du aktuelle und neue Inhalte. So sparst du eine Menge Zeit und hast trotzdem genügend interessante Inhalte zur Verfügung.

Nutze Tools für Beitragsplanung, um deine Posts vorauszuplanen, damit sie automatisch gepostet werden. Dann musst du die Inhalte nur einmal erstellen, und danach läuft alles automatisch. Auch in deinen Ferien. In Facebook ist diese Funktion sogar integriert, für Instagram kannst du kostenlos z. B. www.later.com nutzen. Ein kostenpflichtiges Tool ist z. B: www.hootsuite.com 

Halte dich an ein Zeitlimit für Social Media. Das kann eine halbe Stunde pro Tag sein, oder auch zweimal die Woche (je nach Plattform). In dieser Zeit kannst du spontane Posts machen, deine Gruppen besuchen, andere Posts kommentieren und Kommentare zu deinen Posts beantworten. So ein Zeitlimit ist wichtig um effektiv zu bleiben, damit du dich nicht in den Untiefen der ganzen Gruppen, Posts und News verlierst. Ich checke meine Social-Media Accounts z. B. nie vor dem Mittag, damit der Morgen produktiv bleibt.

Social-Media-Tipp #4: Raus damit!

Vor allem bei Social Media gilt: vermeide Perfektionismus.

Auf sozialen Medien geht es darum, sich authentisch zu zeigen und in direkten Kontakt mit anderen zu kommen. Du brauchst keine Fotos vom Fotografen für deine täglichen Facebook- oder Instagram Posts. Ein Selfie, das du von dir selbst gemacht hast mit deinem Handy reicht aus und kommt meistens besser an, als ein optimiertes Bild.

Öffne dich und hab Mut, dich in deinem ganz normalen Arbeitsalltag zu zeigen. Teile Erfahrungen, Geschichten und dein Gesicht. Auch mal ungeschminkt.

Zeig dich wie du bist: herzlich, provokativ, witzig, steh zu deinen Fehlern. Vor allem: zeig was du kannst, und was dich einzigartig macht.

TIPP: Wenn du gerade erst startest, und noch kein Geld für teure Bilder oder einen Grafiker hast, dann helfen die die kostenlosen Tools Canva und Snappa weiter. Damit kannst du Grafiken im Handumdrehen erstellen, ganz ohne Grafik-Kenntnisse, und Bilder mit Text beschriften.

Social-Media-Tipp #5: Warte mit den Werbeanzeigen

Das wird dich vielleicht wundern, aber erst wenn diese ganze Basis steht, macht es Sinn, Werbeanzeigen auf social Media Plattformen zu schalten. Denn nun können Werbeanzeigen deiner Gesamt-Social-Media Strategie zugeordnet werden. Anzeigen sollten nicht an erster Stelle stehen, sondern erst ganz am Schluss die Strategie unterstützen.

Fazit

Die Konzentration auf das Wesentliche, Planung der Inhalte und ein Zeitlimit helfen dir einen professionellen Social-Media-Auftritt als Einzel- oder Kleinunternehmen zu managen. Wenn du deine Werte und Prinzipien, die du im täglichen Umgang pflegst auch auf deinen Social-Media-Kanälen lebst, dann wirst du als Profi wahrgenommen und dein Social-Media-Management wird dir langfristig Aufträge und neue Kunden bringen.

Wie sind deine Erfahrungen? Hast du Erkenntnisse in Bezug auf Social-Media, die du hier teilen möchtest? Dann hinterlasse mir unten einen Kommentar.

 

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